Padua

italienisch Padova
Am Rande der Poebene, 30 km westlich von Venedig, am Fluss Bacciglione gelegen, hat Padua heute etwa 200 000 Einwohner.
Padua gilt als eine der ältesten Städte Italiens, die der Sage nach im 10. Jahrhundert von dem Trojaner Antenor gegründet worden sein soll. In Wirklichkeit entwickelte sich die Stadt zu dieser Zeit vermutlich aus einer Ansammlung von Fischerdörfern. Zu einem einflussreichen Zentrum wurde Padua aber erst, nachdem die paduanischen Armee 302 v. Chr. die spartanischen Truppen von König Kleonymos zurückschlug.
Nach dem Sieg der Römer über die Gallier wurde Padua Teil des Römischen Reiches, blieb aber weitgehend unabhäng, bis sie als Patavium 49 v. Chr. eine offizielle Römische Stadt wurde. In dieser Zeit wurde in Padua der bekannte Römische Geschichtsschreiber Livius geboren und es folgte eine erfolgreiche Epoche, in der die Stadt zu einer der wichtigsten Handelsmetropolen der Region wurde.
Dem Ende des Römischen Reiches folgte die Zeit der Völkerwanderung, in der die Stadt mehrfach zerstört wurde, u. a. von Attilas Truppen und den Langobarden, wovon sie sich nur schwer erholte. Nach einer Periode wechselnder Herrscher und Reiche erklärte Otto der Große Padua zur freien Stadt und sie gewann erneut an Größe und Einfluss.
Unterbrochen wurde diese Epoche des Wohlstandes nur durch die Vorherrschaft der Familie Romano, die tyrannisch vom Ende des 12. bis Mitte des 13. Jahrhunderts in Padua regierte.
Nach deren Vertreibung florierte Padua wieder zu neuer Größe, es wurde u. a. eine Universität gegründet, in der sehr angesehene Gelehrte tätig waren. Anfang des 15. Jahrhunderts fiel Padua zwar unter die Herrschaft Venedigs (worunter sie auch fast 400 Jahre verblieb), dem kulturellen Leben der Stadt tat dies aber keinen Abbruch. So lehrte im 16. Jahrhundert unter anderem Galileo Galilei in Padua.
Von der venezianischen Vorherrschaft wurde Padua erst 1797 durch Napoleons Truppen befreit, anschließend allerdings an Österreich abgetreten. Während der folgenden Kriegswirren wurde Padua mal dem Königreich Italien, mal Österreich zugesprochen. Erst durch den Wiener Frieden vom 3. Oktober 1866 wurde Padua endgültig ein Teil des Königreichs Italien.
Basilika Sant'Antonio
Zu den großen Sehenswürdigkeiten Paduas zählen die Basilika des heiligen Antonius, der Prato della Valle – der drittgrößte Innenstadtplatz Europas –, die Universität und der 1545 gegründete Botanische Garten.
Botanischer Garten Prato della Valle